Lernen in Corona Zeiten

Lernen in Corona Zeiten

Als die Schulen wegen Corona geschlossen wurden, dachte ich, das bekommen wir hin. Doch mein Optimismus wurde auf eine harte Probe gestellt. An dieser Stelle ein Dankeschön an die Schulleiter und die Lehrer. Ich finde es toll, was zwischen der Bekanntgabe der Schulschließungen und dem letzten Schultag an organisatorischer Arbeit geleistet wurde. Die Schüler bekamen die ersten Aufgaben mit Wochenplan ausgehändigt und ein Schulleitwerk wurde eingerichtet, über das jeder Schüler die Aufgaben seiner Lehrer online abrufen konnte. Im späteren Verlauf hielten dann einige Lehrer den Unterricht über Videokonferenzen ab. Die ersten 2 Wochen war unser jüngster Sohn, 13 Jahre alt, auch voller Motivation dabei. Nur kam ich nicht mehr wirklich zum Arbeiten, denn ständig kamen Fragen wie: Mama, ich verstehe die Aufgabe nicht bis hin zu was heißt das auf englisch? Alles immer noch kein Problem, schieb ich meine Arbeit halt auf den Nachmittag. Zwischendrin dann Mittagessen machen, was nicht immer einfach war, denn ich habe täglich um 11.30 Uhr eine Videobesprechung mit den Mitarbeitern meiner Firma und um 12.30 Uhr sollte das Essen für meinen anderen Sohn, ebenfalls im Homeoffice, und für meinen Mann auf dem Tisch stehen. Danach wieder dem pupertierenden Sprößling erklären, dass er keine Ferien hat und lernen muss. Und immer vor Augen, was im Haushalt alles liegen bleibt, weil man ja nachmittags bis in die Abendstunden seine Arbeit nachholen sollte. Der Optimismus sank und immer mehr kam der Gedanke auf, wann kann das Kind endlich wieder in die Schule?

Nach den Pfingstferien begann der Präsenzunterricht an den Schulen. Endlich ein Schritt in Richtung Normalität? Mit Spannung habe ich darauf gewartet, wie die Schule es organisatorisch umsetzen wird. Und dann kam der Stundenplan auf der Homepage. Aufteilung der Klassen in A und B Wochen. Das heißt eine Woche Schule mit im Schnitt 3 Stunden Unterricht am Tag. Unterrichtet werden die Hauptfächer und die Wahlpflichtfächer. Dann eine Woche zuhause. Durch die Hygienevorschriften und Abstandsregeln nicht anders zu lösen und wieder von der Schulleitung toll geplant und umgesetzt, denn auch hier war die Zeit bis zur Umsetzung knapp bemessen. Auch die Lehrersituation war nicht leicht zu planen. Eine Woche lang 3 Stunden Unterricht heißt für mich eine Woche lang ungestörtes Homeoffice, und die Gewissheit, dass mein Kind besser unterrichtet wird wie zuhause. Wir sind jetzt in der dritten Woche Präsenzunterricht und mittlerweile kommen mir doch Zweifel. Stand heute haben die Kids zwar ihren Unterricht in der Schule, bekommen aber so gut wie keine Hausaufgaben, geschweige denn Aufgaben für die Woche, in der sie zuhause sind. Im Schulleitwerk im Internet gibt es zwar noch Aufgaben, diese sind aber von Ende Mai. In der Woche, in der sie Zuhause sind, bleibt es wieder den Eltern überlassen, den Unterrichtsstoff zu wiederholen, oder sofern er bekannt ist, den versäumten Stoff nachzuholen. Für den Moment versuche ich mir meinen Optimismus zu bewahren und bin gespannt, wie es nach den Sommerferien weitergeht.

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