Die Finanzen

Entsprechend der Gemeindeverordnung wurden die ersten Jahresabschlusszahlen von 2019 dieses Jahr zeitgerecht im Juli 2020 geliefert. Damit wurde dem Gemeinderat die zeitnahe Möglichkeit gegeben, die finanzielle Situation und Tendenzen im Zahlenwerk zu analysieren.

2019 hat sich die Wirtschaftskrise schon angebahnt. Trotzdem können wir auf ein positives Ergebnis von ca. 7,3 Mio. € blicken, geplant war ein negatives Ergebnis von ca. -1,05 Mio. €.

2017 war der Schuldenstand 4,6 Mio. €, 2018 war er 4,4 Mio. €, 2019 noch 3,8 Mio €.

Dieser Schuldenrückgang darf nicht täuschen, denn die Gymnasiumsanierung wird diese Zahl sehr schnell relativieren. Außerdem muss man die Darlehen der Eigenbetriebe noch unter dem Blickwinkel der Konsolidierung hinzurechnen.

Mit etwas Sorge erwarteten wir den Finanzzwischenbericht zum Quartalsende 2020 in Zeiten der Corona-Krise. Zunächst staunten wir nicht schlecht, als wir einen hervorragend strukturierten und erläuterten Bericht zu sehen bekamen. Gegenüber den Power Point Darstellungen der Jahre davor muss man hier von einem Quantensprung sprechen. Dafür ein großer Dank an Kämmerer Hanus und sein Team. Man erkennt nun, dass nicht alle Finanzdämme weggebrochen sind.

Nachfolgend einige Kernzahlen zu 2020 aus dem Zwischenbericht. Die Grundsteuereinnahmen werden weiter ansteigen, um ca. 70.000 € auf ca. 2,6 Mio. Euro. Und das, ohne dass die BürgerInnen zusätzlich belastet worden sind.

Die Gewerbesteuererwartung für 2020 liegt bei ca. 8,95 Mio. €, wobei der Plan coronabedingt von 10,86 auf 8,86 Mio. € reduziert worden ist. Allerdings besteht unserer Meinung nach Hoffnung auf Einnahmen von 10 Mio. Euro wenn sich die Wirtschaft weiter erholt.

Wenn man hier auf eine schwarz (Insolvenz) /weiß (unberührt von Corona) Malerei verzichtet, erkennt man, dass viele Unternehmen, die corona- und wirtschaftskrisenbedingte Umsatzeinbrüche erlebt haben, durch die Gewerbesteuererhöhung doppelt bestraft werden. Allerdings gibt es etliche Firmen in Plochingen, die in den vergangenen Monaten gar nicht oder zumindest nicht ganz so schlimm von der Krise heimgesucht worden sind.

Die Einkommenssteuerergebnis wird 2020 trotz Corona bei 9,37 Mio. € liegen, gegenüber 9,14 € in 2019. Grenzt man das Halbjahresergebnis ab, kann man also zu den vereinnahmten 2,47 Mio. noch die uns rechtlich zustehenden 2,3 Mio. Einkommenssteuer für das erste Halbjahr dazurechnen, auch wenn das Geld erst zum 1. August fließen wird. Die Erträge betragen realiter zum 30.6.2020 nicht -140.000, sondern ca. + 2,1 Mio.

Gespart wurde in den Teilhaushalten hauptsächlich an den Sachaufwendungen, bedingt durch die Ausgabeneinschränkung.

Wir schlagen vor, die haushaltwirtschaftliche Sperre bis zum Zwischenbericht 3. Quartal 2020 beizubehalten. Jetzt kommt die Ferienzeit, da passiert eh nicht so viel, und im September und Oktober 2020 sieht man, wie sich die Wirtschaft weiterentwickelt und ob urlaubsbedingt eine 2. Corona Welle gekommen ist. Noch ist nichts ausgestanden!

Man muss nicht immer eigenes Geld in die Hand nehmen, um in einer Kommune einen Fortschritt zu erreichen. Aber man muss sich kümmern. Der Lärmschutz entlang der Bahnstrecke durch Plochingen wäre ein Beispiel. Die Bahn hat sogar eine eigene Homepage für das Thema eingerichtet: https://laermsanierung.deutschebahn.com/startseite.html. Es gibt dazu auch eine Broschüre.  

Die Dame, die das leitet, ist wohl sehr hilfsbereit und unterstützt die hilfesuchenden Kommunen tatkräftig. Die Lärmschutzausstattung der anderen Orte im Neckartal Richtung Esslingen scheint das zu belegen. Würde sich in Sachen Lärmschutz etwas tun, hätten viele Menschen in Plochingen etwas davon!

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