„Auf diese Steine wollen sie bauen“ vom 07.02.2019

Leserbrief vom 13.03.2019 von Andreas Ortz

Sehr geehrte Frau Bitzer,

Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen kann man sehr gut im Landkreis Esslingen beobachten. Da wird zum einen der Bau eines Radschnellweges im Neckartal geplant, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und da will zum anderen der Landkreis eine Zweigstelle des Landratsamtes auf dem Stumpenhof in Plochingen bauen. Eine solche Zweigstelle mit 500 Arbeitsplätzen gehört heutzutage in die Nähe des schienengebundenen Nahverkehrs, also in die Nähe des Bahnhofs Plochingen. Stattdessen will der Landkreis im Stile der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts auf dem ehemaligen Krankenhausgelände bauen. Ausdruck der Rückwärtsgewandtheit ist auch das geplante Parkhaus. Hier mein Vorschlag zur Verkehrsanbindung der Zweigstelle: Das Parkhaus wird nicht gebaut. Der Landrat ermittelt bei den Beschäftigten, für wen das Umsteigen auf den ÖPNV zu wesentlich längeren Fahrtzeiten zur Arbeitsstätte führt. Dieser Personenkreis darf seinen PKW auf kostenpflichtigen, bereits vorhandenen Parkplätzen abstellen. Gehbehinderte parken kostenfrei. Der Landkreis bietet allen anderen Beschäftigten ein kostengünstiges Jobticket an. Außerdem finanziert der Landkreis einen 10-Minuten-Takt der Buslinie 141 zwischen Bahnhof und Stumpenhof in den Zeiten von Dienstbeginn und Dienstende seiner Zweigstelle. Die Zuschüsse für Jobticket und Taktverdichtung werden aus den ersparten Bau- und Betriebskosten des Parkhauses bezahlt. Nur eine solche Lösung leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und wird verhindern, dass die Verkehrsbelastung auf der Schorndorfer Straße weiter zunimmt.