Ein Jahr ULP im Gemeinderat – Rückblick 5+6

Auf die Gymnasiumsanierung (5)

Die Versäumnisse der Vergangenheit und die damit zusammenhängenden Kosten für die Gymnasiumsanierung liegen uns in Plochingen allen schwer im Magen. In unserer Stadt wurden die Parkgebühren und die Gewerbesteuer erhöht, Jahresüberschüsse werden für die Gymnasiumsanierung verplant. In den Kindergärten und Schulen tut man sich schwer mit der Anschaffung des Notwendigsten. Die Nachbarkommunen, die seit Jahrzehnten den Komfort genossen haben, ihre Kinder ohne größere eigene Kosten auf das Gymnasium und früher in das Hallenbad in Plochingen zu schicken, lassen uns im Regen stehen und weigern sich, ihren Anteil an der Sanierung beizutragen. Im Gegenteil, manche der lieben Nachbarverwaltungen haben die Eltern ihrer Kinder schon aufgefordert, die Kids auf andere Standorte wie Ebersbach, Kirchheim und Esslingen zu schicken. Die Anmeldezahlen gingen seit der Sanierungsdiskussion offensichtlich zurück. Wer gibt uns die Garantie, dass nach Abschluss der Bauarbeiten die vom Regierungspräsidium geforderte 6-Zügigkeit noch notwendig ist. Vom Regierungspräsidium in Stuttgart kommen zwar viele aufmunternde Worte, aber bisher keine zusätzliche finanzielle Hilfe.

Niemand hat auf uns Rücksicht genommen, als der Kreistag die Schließung des Krankenhauses vollzog. Warum nimmt sich der Kreistag dann nicht auch der Thematik  Gymnasiumsanierung an? Wo ist der benötigte Schulverband?

Plochingen ist wichtig, aber nicht der Nabel der Welt. Wir sind eine lebens- und liebenswerte Kleinstadt mit knapp 14.500 Einwohnern. Wir können und brauchen nicht mit dem Mittelzentrum Esslingen zu konkurrieren, sondern sollten uns auf eine vernünftige und bezahlbare Infrastruktur zum Wohle unserer Bürgern und Bürgerinnen konzentrieren.

An dieser Stelle muss man darüber nachdenken dürfen, ob wir einen Gemeindeverwaltungsverband mit Deizisau und Altbach brauchen. Hier werden die Aufgaben für einen Dritten, nämlich den eigentlich zuständigen Träger der Aufgabe, dem Landratsamt Esslingen, kostenfrei erbracht.

Statt eines GVV wäre der Aufgabenanteil für die Stadt Plochingen auf ein funktionierendes Hochbau- und ein Tiefbauamt reduzierbar und wir könnten uns vermehrt um die Kontrolle von baurechtlichen Angelegenheiten konzentrieren und hätten sicherlich ein ansehnliches Einsparungspotential, nicht zuletzt durch reduzierte Personalaufwendungen und durch zusätzliche freie räumliche Kapazitäten.

Sanierungsstaurückblick (6)

In der Haushaltssitzung am Anfang des Jahres haben wir einen Antrag auf eine Instandhaltungsliste mit Prioritäten und den notwendigen Kosten gestellt. Dabei dachten wir hauptsächlich an die Straßen, Sporthallen, Brücken und Kindergärten. Die Verwaltungsaussage lautete dahingehend, dass es diese Liste schon geben würde. Trotz mehrmaliger Nachfrage hat der Gemeinderat diesbezüglich noch keine Unterlagen zur Verfügung gestellt bekommen.

Ein Haushalt kann dann sauber geplant werden, wenn man zukünftige Kosten einschätzen kann. Das bedeutet im Gegenzug, dass man sich mit den Objekten beschäftigt und zukünftige Instandhaltungsmaßnahmen definiert und mit Kosten beziffert. 

Der TV Plochingen spielt ein weiteres Jahr in der 3. Handballliga. Die Schafhausäckersporthalle ist in die Jahre gekommen und stellt unsere Stadt nicht gerade in einem guten Licht dar. Die Sporthalle sollte kernsaniert oder besser noch neu gebaut werden.

Ein weiteres Kapitel zum Thema Sanierungsstau betrifft den Plochinger Bahnhof. Was die Sanierungsdringlichkeit anbelangt, liegt unser Bahnhof auf Platz 2 der Bahnhöfe in Baden-Württemberg. Bisher haben wir nicht gehört, dass das Land und die Bahn uns über unseren Anteil an den Sanierungskosten informiert hat. Jetzt unterstützt auch der Bund die Bahnhofssanierungen mit 40 Mio. €. Diese Aktivitäten müssen aber im Sinne der Barrierefreiheit gut koordiniert werden. Es macht keinen Sinn, dass der Bau von Aufzügen (Land/Bahn) beginnt, wenn die Farbe an den Unterführungswänden (Bund) gerade getrocknet ist.

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